Jehovas Zeugen: Offizielle Website der Wachtturm-Gesellschaft

Anfang Glaubensansichten Zukunft Medizin Themen Kontakt Publikationen Sprachen

Medizin und Chirurgie ohne Blut
Immer stärker gefragt

Fremdblutfreie Medizin
Der neue „Behandlungsstandard“?

ERWACHET! sprach mit vier Fachleuten auf dem Gebiet der fremdblutfreien Medizin und Chirurgie über die Vorteile.

Wer außer Patienten, die Bluttransfusionen aus religiösen Gründen ablehnen, zeigt noch Interesse an fremdblutfreier Medizin?

Donat R. Spahn, Professor für Anästhesie
(Zürich)

 

Aryeh Shander, außerordentlicher Professor für Anästhesie
(Vereinigte Staaten)

 

Mark E. Boyd, Professor für Geburtshilfe und Frauenheilkunde
(Kanada)

 

Peter Earnshaw, Mitglied des Royal College of Surgeons, Chefarzt für orthopädische Chirurgie
(London)

 

Spahn: In unserem Zentrum sind es in der Regel außergewöhnlich gut informierte Patienten, die um fremdblutfreie medizinische Behandlung bitten.

Shander: 1998 übertraf die Zahl der Patienten, die aus persönlichen Gründen Blut ablehnten, die Zahl derer, die dafür religiöse Gründe angaben.

Boyd: Nehmen wir zum Beispiel Krebspatienten. Schon häufig hat es sich erwiesen, daß sie schneller gesund werden und die Krankheit seltener wieder auftritt, wenn sie keine Bluttransfusionen erhalten.

Spahn: Oft verzichten wir bei der Behandlung von Universitätsprofessoren und ihren Angehörigen auf Bluttransfusionen. Selbst die Chirurgen bitten uns, Bluttransfusionen zu vermeiden! Ein Chirurg beispielsweise kam wegen seiner Frau zu uns, die eine Operation benötigte. Er sagte: „Sorgen Sie auf jeden Fall für eines: daß sie keine Bluttransfusion erhält!“

Shander: Zu mir sagten Mitarbeiter meiner Anästhesieabteilung: „Den Patienten, die keine Bluttransfusionen erhalten, geht es genausogut, wenn nicht sogar besser. Warum haben wir denn zweierlei Behandlungsstandards? Wenn das die beste Behandlung ist, sollten wir jeden so behandeln.“ Also erhoffen wir uns nun, daß fremdblutfreie Medizin der Behandlungsstandard wird.

Earnshaw: Es trifft sich zwar gut, daß fremdblutfreie Chirurgie für Zeugen Jehovas besonders wichtig ist. Aber eigentlich möchten wir jeden Patienten so behandeln.

Ist die fremdblutfreie Behandlungsweise mit mehr oder mit weniger Kosten verbunden?

Earnshaw: Sie spart Kosten.

Shander: Durch fremdblutfreie Medizin lassen sich 25 Prozent Kosten einsparen.

Boyd: Schon allein aus diesem Grund sollten wir sie praktizieren.

Wie weit ist die fremdblutfreie medizinische Behandlungsweise gediehen?

Boyd: Ich halte sie für sehr fortgeschritten. Allerdings sind die Möglichkeiten noch längst nicht erschöpft. Ständig stoßen wir auf weitere gute Gründe, auf Blut zu verzichten.

Erschien im Erwachet!  vom 8. Januar 2000

ObenVorheriger Artikel