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Landwirt

Die Landwirtschaft
Warum steckt sie in der Krise?

 

Ökologische Landwirtschaft

Nahrungsmittel aus ökologischem Anbau finden immer größeren Anklang. In Kanada wächst der Anteil der Bioprodukte im Einzelhandel jährlich um ungefähr 15 Prozent.

Was sind Bioprodukte? Laut einem Bericht des Ministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und ländliche Entwicklung der kanadischen Provinz Alberta handelt es sich dabei um „Nahrungsmittel aus einem Produktionssystem, das neben dem Verzicht auf synthetische Chemikalien die Bodenfruchtbarkeit und die Artenvielfalt fördert sowie eine stressarme Tierhaltung und ein vernünftiges Umweltmanagement anstrebt“.

Eine Frau kauft frisches Gemüse ein

Dies bildet nach Aussagen der Ökolandwirte einen Gegensatz zur Nahrungsmittelproduktion großer kommerzieller Agrarbetriebe. „Riesenbetriebe tendieren zu großflächigen Monokulturen, wo mit intensivem Maschineneinsatz und einer Unmenge von chemischen Pflanzenschutz- und Düngemitteln hohe Erträge erwirtschaftet werden“, schreibt Katharine Vansittart in der Zeitschrift Canadian Geographic. „Abgesehen von den Rückständen, die bei der Behandlung mit Chemikalien in der Nahrung verbleiben können, sinkt der Nährwert der Erzeugnisse, wenn sie unreif geerntet werden. Dies wiederum ist unumgänglich, wenn bis zu den Märkten weite Strecken zurückgelegt werden müssen. Damit die Produkte ihren Bestimmungsort unbeschadet erreichen, werden sie womöglich begast, gewachst oder ionisierender Strahlung ausgesetzt.“

Wer kauft Bioprodukte? Gemäß dem Bericht aus Alberta reicht das Spektrum der Käufer „von gesundheitsbewussten Teenagern über besorgte Mütter bis zu gesetzteren Vertretern der geburtenstarken Jahrgänge. . . . Es sind nicht mehr nur die typischen Blumenkinder der sechziger Jahre.“

Nicht jedermann ist jedoch der Überzeugung, dass Bioprodukte wirklich besser sind. In der Zeitschrift Canadian Geographic wird bemerkt: „Solange der Nutzen von Nahrungsmitteln aus ökologischem Anbau nicht wissenschaftlich eindeutig erwiesen ist, bezweifeln Skeptiker ihren Wert, zumal solche Produkte im Allgemeinen teurer sind. Andere befürchten, in der Nahrungsmittelversorgung könne ein Zweiklassensystem entstehen, in dem die Armen das Nachsehen haben.“ Befürworter von Bioprodukten halten dagegen, dass diese Produkte durch einen Wandel in den Ernährungsgewohnheiten und in der Vermarktung für jeden Geldbeutel erschwinglich werden. Angesichts der Vielfalt an Meinungen und wissenschaftlichen Daten wird die Diskussion über Bioprodukte wohl noch nicht so schnell abflauen.

 
 

Erschien im Erwachet!  vom 8. Oktober 2003

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