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1. Karte von Südamerika; 2. eine Schar Kleinkamele
Karte von Südamerika  

Kamele in den Anden?

VON EINEM ERWACHET!-MITARBEITER IN PERU border

Das Guanako
Schön, aber zäh

Man könnte meinen, dass ein so schönes Geschöpf vom Leben verwöhnt werden müsste. Aber normalerweise findet man das Guanako in den rauesten Landstrichen — vom Hochland der Anden bis nach Patagonien und Feuerland tief im Süden Argentiniens und Chiles. In dem unwirtlichen Gelände frisst es Halme und Wurzeln und trinkt selbst minderwertiges Wasser. Das Guanako ist nicht nur ein guter Schwimmer, sondern bringt es auch auf eine Laufgeschwindigkeit von 65 Kilometern in der Stunde. Vor Sonne, Wind und Staub ist es durch seine dichten Wimpern geschützt. Leider haben es Jäger auf das Fleisch, das Leder und die Wolle des Guanakos abgesehen, die noch weicher und feiner ist als die Wolle des Alpakas.

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Das Alpaka
Schön warm eingepackt

Ein Alpaka

Das Alpaka lebt in einer Gegend, in der es meist kalt ist. An so manchem Tag kann es schon einmal Temperaturunterschiede von 50 Grad und mehr geben. Aber in seinem strubbelig dicken Wollpullover ist es ja immer schön warm eingepackt. Die weiche Alpakawolle ist fester als Schafwolle. Das Alpaka hat eine spitze Schnauze, mit der es auch an das Ichu-Gras herankommt, das in schmalen Felsspalten wächst. Sumpfgebiete, in denen es frisches, zartes Gras gibt, hat dieses knuddlige Tier aber doch noch lieber. Wie andere Lamas kann auch das Alpaka tagelang ohne Wasser auskommen.

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Das Vikunja
Ein Kleid nur vom Feinsten

Das Vikunja lebt im Hochland der Anden, wo Temperaturen herrschen, die meist in Gefrierpunktnähe liegen. Doch mit seinem kurzen, leichten Fellkleid aus einer Wolle, die die beste der Welt sein soll, ist es dafür hervorragend ausgerüstet. Es trägt auch eine Art Schal, nämlich einen Wollbüschel vorn auf der Brust. Ein ausgewachsenes Vikunja liefert in zwei Jahren nicht einmal ein Kilogramm Vlies. Diese Wolle der Luxusklasse ist also selten und dementsprechend teuer. Ein Meter Stoff aus feiner Vikunjawolle kann mehr als 2 500 Euro kosten.

Vikunja

Im Inkareich war das Vikunja gesetzlich geschützt. Zur Schur wurde ein Fest veranstaltet, das so genannte chaccu, und nur die königliche Familie durfte Gewänder aus Vikunjawolle tragen. Vor einigen Jahren hat man das chaccu-Fest wieder eingeführt und erneut wurden Gesetze erlassen, um das Vikunja vor Wilderern zu schützen.

Zu dem Fest gehört es, wilde Vikunjas in großen trichterartigen Fallen einzufangen, die an der Öffnung ungefähr 300 Meter breit sind. Nach der Schur werden die Tiere sofort wieder freigelassen.

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Ein Lama

 

Das Lama
Lasttier der Anden

Ein Esel ist stärker und ein Pferd ist schneller. Dennoch stellt das Lama als wertvolles Lasttier beide in den Schatten. Bis zu 60 Kilogramm kann es auf dem Rücken tragen. Ist dem Lama die Last zu schwer, setzt es sich schlicht und einfach hin und rührt sich nicht mehr von der Stelle, bis man die Last seinem Wunsch gemäß erleichtert hat. Will man ein Lama zu irgendetwas zwingen, kann es aus der ersten seiner drei Magenabteilungen Nahrung herauswürgen und mit erstaunlicher Wucht treffsicher ausspucken.

Aber in der Regel sind Lamas umgängliche, sanfte Tiere. Wenn sie von ihrem Betreuer freundlich behandelt werden, folgen sie ihm in Reih und Glied unverdrossen durch die unwirtlichsten Hochebenen. Andere Lasttiere müssten dort wegen des mangelnden Sauerstoffs kapitulieren. Und so macht man sich das Lama als Lasttier inzwischen auch außerhalb der Anden zunutze, nämlich in den italienischen Alpen. Es ist durchaus möglich, dass das Halfter, das Geschirr und die Decke, die über das Lama gelegt wird, aus der eigenen Wolle gefertigt worden sind.

 
   

Erschien im Erwachet!   vom 8. Mai 2004

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