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Die Alkoholfalle
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In dieser Reihe:
Verwandte Themen:
Der erste Schritt: sich das Problem eingestehen |
Alkoholmissbrauch
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ALKOHOLABHÄNGIGKEIT — GENETISCH BEDINGT?Wissenschaftler, die nach einer Möglichkeit suchen, die Alkoholkrankheit zu behandeln, bemühen sich sehr, zu verstehen, inwieweit Entstehung und Verlauf der Abhängigkeit genetisch bedingt sind. Mittlerweile weiß man von einigen Genen, die anscheinend beeinflussen, wie jemand auf Alkohol reagiert. Bei der Alkoholkrankheit sind allerdings nicht nur genetische Faktoren im Spiel. Selbst jemand, der möglicherweise genetisch vorbelastet ist, muss nicht unbedingt abhängig werden. Das Umfeld spielt eine Rolle. Fehler bei der Erziehung, Alkoholmissbrauch in der Familie oder im Freundeskreis, konfliktbeladene Situationen, emotionale Schwierigkeiten, Depressionen, Aggression, Suche nach Nervenkitzel, hohe Alkoholverträglichkeit, andere stoffgebundene Süchte — all das gilt jeweils als Risikofaktor. Dieses und anderes ebnet den Weg in die Alkoholabhängigkeit. |
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Hilfe suchenWer anfängt, Alkohol zu missbrauchen, ist weder wertlos noch ein hoffnungsloser Fall. Einige schaffen es aus eigener Kraft, vom Alkohol loszukommen, doch viele Alkoholabhängige können wahrscheinlich nur mit professioneller Hilfe abstinent werden.# In einigen Fällen reicht eine ambulante Behandlung aus, doch bei starken Entzugserscheinungen kann auch ein Aufenthalt im Krankenhaus nötig werden. Wenn nach 2 bis 5 Tagen die ersten körperlichen Entzugserscheinungen ausgestanden sind, bekommt der Patient möglicherweise Medikamente verschrieben, die das Verlangen nach Alkohol reduzieren und ihm helfen, abstinent zu bleiben.
Viele benötigen professionelle Hilfe, um vom Alkohol loszukommen Entgiftungsprogramme garantieren jedoch noch nicht den Erfolg. Medikamente können nur vorübergehend helfen, aber nicht heilen. Alain in Frankreich machte mehrere Entziehungskuren. „Sobald ich aus dem Krankenhaus kam, fing ich wieder an zu trinken, weil ich mit denselben Trinkkumpanen zusammen war. Im Grunde fehlte mir zum Aufhören die richtige Motivation“, so Alain. Die Leere füllenViele kommen auch deshalb nicht vom Alkohol los, weil sie ohne Alkohol eine Leere spüren, so als hätten sie einen guten Freund verloren. „Ich dachte ständig ans Trinken“, erzählt Wassili in Russland. „Ein Tag, an dem ich nichts trank, war für mich ein verlorener Tag.“ Für einen Alkoholabhängigen kommt zuerst sein Verlangen nach Alkohol, alles andere ist zweitrangig. „Mein einziger Lebensinhalt war, zu trinken und das nötige Geld dafür zu beschaffen“, erinnert sich Jerzy in Polen. Offensichtlich muss jemand, der dabei ist, sich von der Alkoholsucht zu lösen, unbedingt einen neuen Lebensinhalt finden, um abstinent bleiben zu können. Ein WHO-Ratgeber für Personen, die ihre Trinkgewohnheiten ändern möchten, betont, wie wichtig eine sinnvolle Beschäftigung ist, um nicht rückfällig zu werden. Unter anderem werden dort religiöse Aktivitäten vorgeschlagen. Auf geistig-religiösem Gebiet aktiv zu sein kann einem Menschen helfen, die Macht des Alkohols zu brechen. Alain beispielsweise war bereits drei Mal wegen alkoholbedingter Vergehen im Gefängnis, ehe er begann, mit Jehovas Zeugen die Bibel zu studieren. Er berichtet: „Das Bibelstudium gab meinem Leben Sinn und half mir durchzuhalten. Meine Motivation war nicht nur, mit dem Trinken aufzuhören, sondern Jehova zu gefallen.“ Rückfälle verkraftenFachleute für Alkoholmissbrauch weisen darauf hin, wie wichtig Unterstützung und Ermutigung für einen Alkoholiker sind, der auf dem Weg der Besserung ist. Viele haben aufgrund ihres traurigen Zustands Familie und Freunde verloren. Die so entstandene Isolation kann zu Depressionen und sogar in den Suizid führen. Der oben erwähnte Ratgeber enthält folgende Ratschläge für Personen, die einem Alkoholkranken beistehen: „Versuchen Sie denjenigen, dem Sie helfen, nicht zu kritisieren, selbst wenn sein Verhalten Sie verärgert und frustriert. Denken Sie daran, dass es niemals leicht ist, Gewohnheiten zu ändern. Es wird gute Wochen, aber auch schlechte Wochen geben. Der Betreffende braucht Ihre Ermunterung und Ihren Einfallsreichtum, wenn er das Trinken auf ein unbedenkliches Maß reduzieren oder es ganz aufgeben soll.“ „Was mir half“, erzählt Hilario, der fast 30 Jahre lang trank, „war die Liebe und Anteilnahme von Freunden in der hiesigen Versammlung der Zeugen Jehovas. Ich wurde oft rückfällig, aber sie waren immer an meiner Seite, um mir Mut zu machen und rechtzeitig biblischen Rat zu geben.“ |
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Das Gebet kann helfen |
Wer darum kämpft, vom Alkohol loszukommen, sollte mit Rückfällen rechnen und sie als Teil des Wegs zur Heilung betrachten. Auf keinen Fall darf man wegen eines Rückfalls aufgeben! Stattdessen sollte man analysieren, wie es dazu kam, und das Wissen nutzen, um künftige Ausrutscher zu vermeiden. Man könnte sich fragen, welche speziellen Situationen in einem den Wunsch wecken zu trinken. Vielleicht Langeweile, Niedergeschlagenheit, Einsamkeit, Streit, Stress? Oder Anlässe, bei denen andere trinken? Vielleicht bestimmte Orte? Dann hilft nur, sich diesen Situationen nicht auszusetzen. „Ich verstehe jetzt besser, welche Gefühle mich zum Trinken veranlassen“, erklärt Jerzy, der zwei Jahre gebraucht hat, um völlig abstinent zu werden. „Heute gehe ich allem aus dem Weg, was mich wieder zum Trinken verleiten könnte. Ich gehe nirgends hin, wo Alkohol getrunken wird. Ich esse nichts, was Alkohol enthält, und meide sogar Körperpflegemittel oder Medikamente auf Alkoholbasis. Außerdem sehe ich mir keine Alkoholwerbung an.“ Viele haben festgestellt, dass ihnen vor allem das Gebet um „die Kraft, die über das Normale hinausgeht“, hilft, ihr Verlangen nach Alkohol zu beherrschen (2. Korinther 4:7; Philipper 4:6, 7). Freiheit!Auch wenn es wahrscheinlich einen andauernden Kampf bedeutet: Man kann den Fesseln der Alkoholabhängigkeit entkommen. Alle, die in diesem Artikel erwähnt wurden, haben es geschafft. Sie profitieren sowohl im Familienleben als auch am Arbeitsplatz davon und sie sind gesünder. Alain drückt es so aus: „Ich habe jetzt die Freiheit, nicht zu trinken.“ Und Konstantin stellt fest: „Dass ich Jehova kennen gelernt habe, hat meine Familie gerettet. Mein Leben hat jetzt einen Sinn. Ich brauche keinen Alkohol, um glücklich zu sein.“ Víctor meint: „Ich fühle mich wie ein freier Mensch. Ich habe meine Würde und meine Identität wiedererlangt.“ Der Mensch kann sich ändern. Ob nun jemand unter Alkoholeinfluss einen Unfall riskiert, alkoholbedingte Probleme hat oder abhängig ist: Wer so viel trinkt, dass es ihm körperlich oder emotional schadet, sollte nicht zögern, die nötigen Änderungen vorzunehmen — zu seinem eigenen Wohl und zum Wohl der Menschen, die ihn lieben. * Einige Namen wurden geändert. # Viele Behandlungszentren, Krankenhäuser und Therapieprogramme bieten Hilfe an. Jehovas Zeugen empfehlen keine spezielle Behandlungsmethode. Man sollte jedoch sorgfältig darauf achten, nichts zu tun, was biblische Grundsätze verletzen würde. Letzten Endes muss allerdings jeder für sich selbst entscheiden, welche Art der Behandlung benötigt wird. |
Man kann die Kraft finden, abstinent zu bleiben! |
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Erschien im Erwachet! vom 8. Oktober 2005 |