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RUNDUM zufrieden liegt das gesunde Neugeborene eingekuschelt in den Armen seiner Mama. Daneben steht der stolze Papa. Diese schöne Szene wiederholt sich jedes Jahr Millionen Mal. Eine normal verlaufende Schwangerschaft und Geburt könnte man daher leicht für selbstverständlich nehmen. Eine Schwangerschaft ist ja auch keine Krankheit. Warum sich also Sorgen machen?
Sicher, in der Regel verläuft schon alles problemlos, aber eben nicht immer. Werdende Eltern beugen daher klugerweise möglichen Problemen vor. Unter anderem informieren sie sich über die Ursachen von Komplikationen während der Schwangerschaft und bei der Geburt, kümmern sich um eine gute Schwangerenbetreuung und versuchen, die Geburtsrisiken durch simple Maßnahmen zu verringern. Sehen wir uns diese drei Punkte jetzt etwas näher an.
Eine Ursache für eventuelle Komplikationen für Mutter und Kind ist die fehlende vernünftige Betreuung in der Schwangerschaft. Wie Dr. Cheung Kam-lau, Oberarzt der Neugeborenenstation im Prince of Wales Hospital in Hongkong, sagt, „kann es für eine Schwangere ohne Mutterschaftsvorsorge hochriskant werden“. Außerdem bemerkt er, dass sich „die meisten dieser Mütter auf ein mollig rundes, gesundes Baby einstellen, aber es läuft nun einmal nicht immer alles glatt“.
„Zu den direkten Ursachen der Müttersterblichkeit“ zählen laut dem Journal of the American Medical Women’s Association vor allem schwere Blutungen, Geburtshindernisse, Infektionen und Bluthochdruck. Doch man kennt effektive Behandlungsmöglichkeiten, und in den meisten Fällen muss eine „moderne medizinische Versorgung . . . nicht unbedingt hochtechnisch sein“, so das Journal weiter.
Gemäß den im Oktober 2007 veröffentlichten Zahlen sterben jährlich 536 000 Frauen — fast jede Minute eine — an schwangerschaftsbedingten Problemen
(Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen).
Auch vielen Babys würde die leicht zugängliche Gesundheitsbetreuung helfen. Wie die UN Chronicle berichtet, könnten „zwei Drittel der Todesfälle von Neugeborenen vermieden werden, wenn alle Mütter und Neugeborenen“ eine medizinische Betreuung erhielten, die „allgemein bekannt, verfügbar und ohne komplizierte technische Verfahren durchführbar“ ist. Laut der Philippinischen Nachrichtenagentur ist es aber leider gang und gäbe, dass Mütter sich nicht auskennen oder bei der Schwangerschaftsvorsorge nachlässig sind.
„Gesündere Mütter haben gesündere Babys“, steht in der UN Chronicle. Weiter weist die Zeitschrift darauf hin, dass sich eine unzureichende oder fehlende medizinische Versorgung der Mutter während der Schwangerschaft, bei der Geburt und in der Zeit danach auch auf das Baby nachteilig auswirkt.
In manchen Ländern ist der Zugang zu einer adäquaten Versorgung schwierig. Womöglich muss eine Schwangere weite Strecken zurücklegen oder sie kann eine medizinische Betreuung gar nicht bezahlen. Dennoch sollte eine werdende Mutter wenn irgend möglich versuchen, zumindest eine gewisse präventive Betreuung während der Schwangerschaft zu erhalten. Besonders wichtig ist das für Frauen, die nach den Lehren der Heiligen Schrift leben, denn sie zeigt, dass das menschliche Leben — auch das ungeborene — heilig ist (2. Mose 21:22, 23*; 5. Mose 22:8).
Muss man wöchentlich zum Arzt gehen, um adäquat versorgt zu sein? Nicht unbedingt. Was bestimmte Komplikationen betrifft, die während der Schwangerschaft und Geburt häufig auftreten, stellte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fest, dass „Schwangere, die nur vier Mal einen Arzt aufsuchten“, ähnlich abschnitten „wie Frauen, die zwölf Mal oder noch öfter zur Vorsorge gingen“.
Um die Aussichten für Mutter und Kind zu verbessern, treffen medizinische, hauptsächlich auf Geburtshilfe spezialisierte Fachkräfte folgende Maßnahmen:
Wenn der Arzt einer Schwangeren, die mit Problemen rechnen muss, entsprechende Hinweise gibt oder nötige Vorsorgemaßnahmen einleitet, erhöhen sich die Aussichten, dass für Mutter und Kind alles gut geht.
„Für eine Schwangere ist die Entbindungsphase die gefährlichste Zeit“, sagt Joy Phumaphi (ehemalige Generaldirektorin der WHO, zuständig für die Abteilungen für Familiengesundheit). Was kann man tun, um ernsten, sogar lebensbedrohlichen Problemen in dieser kritischen Phase vorzubeugen? Die Maßnahmen sind in Wirklichkeit simpel, müssen aber auf jeden Fall im Vorfeld getroffen werden.# Besonders wichtig ist das für Frauen, die eine Bluttransfusion aus religiösen Gründen ablehnen oder wegen der erheblichen Gesundheitsrisiken nicht mit Blut behandelt werden möchten (Apostelgeschichte 15:20, 28, 29).
„Die Zahl der Totgeburten beträgt jährlich 3,3 Millionen und über 4 Millionen Neugeborene sterben in den ersten 28 Lebenstagen“
(UN Chronicle).
Solche Patientinnen sollten sich so gut es geht vergewissern, dass der Arzt oder die Hebamme nicht nur kompetent ist, sondern auch erfahren im Umgang mit den Behandlungsalternativen zu Bluttransfusionen. Außerdem tun werdende Eltern gut daran, zu überprüfen, ob das Krankenhaus oder die Entbindungseinrichtung auch wirklich zur Kooperation bereit ist.% Hier zwei Fragen, die man dem Arzt unbedingt stellen sollte: 1. Was werden Sie tun, falls die Mutter oder das Baby eine beträchtliche Menge Blut verliert oder andere Komplikationen eintreten? 2. Was ist vorgesehen, wenn das Baby kommt und Sie gerade nicht erreichbar sind?
Einer Schwangeren wird es natürlich wichtig sein, dass ihre Blutwerte vor der Entbindung so hoch wie möglich im Normbereich liegen, und wird deshalb zum Arzt gehen. Nötigenfalls empfiehlt er ihr zum Blutaufbau Folsäure, andere Vitamine der B-Gruppe und Eisenpräparate.
Der Arzt wird sich auch für eine Reihe anderer Faktoren interessieren. Hat sich zum Beispiel bei bisherigen Vorsorgeuntersuchungen etwas herausgestellt, dem man nachgehen sollte? Wäre es besser, wenn die werdende Mutter langes Stehen vermeidet? Sollte sie sich mehr ausruhen? Müsste sie zunehmen, abnehmen oder sich mehr bewegen? Müsste sie mehr auf ihre Hygiene achten, auch auf die Mundhygiene?
* Blutarme frühgeborene Babys, deren Organe noch nicht ausreichend rote Blutkörperchen bilden können, erhalten in der Regel Bluttransfusionen.
Studien weisen auf eine Verbindung hin zwischen Zahnfleischerkrankungen in der Schwangerschaft und einem erhöhten Risiko für eine Präeklampsie — eine ernste Komplikation mit Symptomen wie plötzlichem Bluthochdruck, heftigen Kopfschmerzen und Ödemen (krankhafte Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe).^ Präeklampsie kann zu einer Frühgeburt führen und ist vor allem in Entwicklungsländern eine Hauptursache für Kinder- und Müttersterblichkeit.
Ein umsichtiger Arzt achtet bei der werdenden Mutter auch auf den geringsten Verdacht einer Infektion. Und wenn sie vorzeitige Wehen hat, empfiehlt er ihr, sofort ins Krankenhaus zu gehen. Das kann sich als lebensrettend erweisen.
„Frauen riskieren den Tod, um Leben zu schenken“, sagt Dr. Quazi Monirul Islam, Leiter des WHO-Programms „Die Schwangerschaft risikoärmer machen“. Doch eine gute ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft, bei der Geburt und direkt danach kann dazu beitragen, dass es gar nicht erst zu Komplikationen kommt — geschweige denn zu einem tödlichen Ausgang. Vor allem sollte eine Schwangere natürlich selbst auf ihre Gesundheit achten. Denn eine gesunde Mutter hat eher Chancen auf ein gesundes Baby.
* Im hebräischen Text bezieht sich der tödliche Unfall auf die Mutter oder auf das Ungeborene.
# Dazu auch „Was eine Schwangere beachten sollte“.
% Zeugen Jehovas sollten sich schon vor der Geburt ihres Kindes an ihr zuständiges Krankenhaus-Verbindungskomitee (KVK) wenden. Mitglieder des Komitees suchen Krankenhäuser und Ärzte auf und stellen ihnen Unterlagen über fremdblutfreie Behandlungen zur Verfügung. Außerdem ist das KVK eher in der Lage, einen Arzt zu finden, der die Überzeugung der Patientin respektiert und Erfahrung mit fremdblutfreien Behandlungen hat.
^ Auch wenn noch weitere Studien abzuwarten sind, um zu entscheiden, ob Zahnfleischerkrankungen ein erhöhtes Präeklampsie-Risiko verursachen, ist eine gute Mundhygiene natürlich immer sehr ratsam.